Staatsbesuch aus Kamerun

Filed in Nachhaltigkeit, Next Generation Energy

Rapport en Francais
Auf Einladung des Sprechers des Ausschusses für berufliche Bildung und Forschung des Deutschen Bundestages MdB Albert Rupprecht kam im Dezember 2014 die Staatssekretärin des Ministeriums für Beschäftigung und berufliche Bildung der Republik Kamerun Madame Jeanne-Aimée Ngobo Ekotto zu Besuch nach Deutschland.
Anlass der Einladung war die jährliche Afrika-Konferenz der Wipro GmbH in Dresden. Dort treffen sich jeweils Spezialisten für Projekte zur Erschließung erneuerbarer Energien in Sub-Sahara-Afrika. Das Ministerium von Madame Ekotto hat es sich zum Ziel gesetzt, die Berufsausbildung in Kamerun auf Technik für erneuerbare Energien zu erweitern. Verantwortlich für dieses Ausbildungsprogramm ist Monsieur Etienne Firmin Essono Mebenga. Er leitet das Berufsschulzentrum von Pitoa in der Nähe von Garoua.
Beide nutzten die Afrika-Konferenz am 01.Dezember, um sich über aktuelle Initiativen und neue Technologien im Bereich Solarenergie, Biogas und Windenergie zu informieren.

lexSolar

Madame Ekotto und Herr Dietrich von lexSolar

Im Anschluss daran stand der Besuch von lexSolar in Dresden. Diese junge Firma entwickelt und baut Ausbildungs-Sets für erneuerbare Energien. Diese Sets haben sich bereits weltweit im Training von Schülern und jungen Erwachsenen bewährt. Die Sets sind mit vollständigen Lehrplänen sowohl auf Englisch als auch in Französisch erhältlich und wären damit gut geeignet für Berufsschulen in Kamerun. Während des Besuchs führte Herr Dietrich, Prokurist und Vertriebsleiter bei lexSolar, aus, dass es weltweit im Vergleich zur Herstellung ein Vielfaches an Arbeitsplätzen in der Installation und Wartung von Solaranlagen gibt. Daher wäre es wohl auch lohnenswerter, die Berufsausbildung in Kamerun auf dieses Gebiet zu konzentrieren, als sich um Investitionen und Entwicklung von Produktionskapazitäten für Solarmodule zu kümmern.

Solarworld

Madame Ekotto bei Solarworld

Dieser Eindruck wurde während einer Besichtigung der Solar-Fabriken von Solarworld in Freiberg bestätigt. Die Produktion ist dort weitgehend automatisiert und qualitätsmäßig sehr weit fortgeschritten. Es ist sehr schwierig und kapitalintensiv, mit einer derart hochent­wicklelten Industrie zu konkurrieren, zumal wenn man noch sehr wenig oder gar kein qualifiziertes Personal zur Verfügung hat.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine effektive Berufsausbildung in Kamerun ist die Orientierung am Dualen System, wie wir es in Deutschland vorfinden. Einer der großen Vorteile der Verbindung von Arbeit und praktischer Ausbildung im Betrieb mit ergänzendem Unterricht an einer Berufsschule ist es, dass die Ausbildung nahe am tatsächlichen Bedarf von Industrie und Gewerbe in der Region stattfindet. Das dürfte mit ein Grund für die vergleichsweise geringe Jugendarbeits­losigkeit in Deutschland sein.

Am Berufsschulzentrum Altötting und dem Wacker Berufsbildungs­zentrum in Burghausen hatte Madame Ekotto ausgiebig Gelegenheit, dieses System in der Praxis zu erleben. Die berufliche Bildung läuft hier auf Weltklassen-Niveau, was u.a. der ein oder andere Weltmeister-Titel eines Schülers dieser Einrichtungen dokumentiert.

Besuch im Wacker Berufsbildungswerk

Das Programm in Altötting und Burghausen wurde von Kollegen des EG-Solar e.V. organisiert. Es handelt sich dabei um einen Verein, gegründet von Berufsschullehrern, die sich der Entwicklung und Verbreitung von einfachen und erschwinglichen Techniken der Energie­nutzung verschrieben haben.

Zum Abschluss ihres Aufenthalts in Deutschland ließ sich Madame Ekotto bei der phaesun in Memmingen gebrauchsfertige Inselanlagen für die netzunabhängige Nutzung von Solarenergie demonstrieren.

phaesun

Bei der phaesun in Memmingen

Diese Solarkits haben den Vorteil, dass sie standardisiert und damit günstiger sind als individuell geplante Anlagen. Sie erfordern außerdem weniger Erfahrung und Kenntnisse in der Installation von Solartechnik. Damit bieten sie der jungen Solarnation Kamerun die Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit netzunabhängige Anlagen zu installieren und so Erfahrungen und Erfolgserlebnisse mit dieser erneuerbaren Energie zu sammeln. Die sogenannte BOSS-Initiative von phaesun zielt auf die Existenz­gründung kleinerer Unternehmen auf Basis von Solarenergie ab. Das können solarbetriebene Kühlschränke, Fernsehapparate oder Ladegeräte für Mobiltelefone sein, die in kleinen Geschäften oder Lokalen eine neue oder zusätzliche Einnahmequelle darstellen und bei der lokalen Bevölkerung äußerst beliebt sind.

Madame Ekotto bedankte sich am Ende ihrer Reise bei allen Beteiligten und Gesprächs­partnern für die vielen Informationen und Impulse, die sie während Ihres Besuches in Deutschland erhalten hat.
Wir wünschen ihr für die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung in Kamerun alles Gute. Wir unterstützen auch weiterhin ihr Projekt zur Verbreitung von Know-how in der Anwendung erneuerbarer Energien.

Der Aufenthalt von Madame Ekotto und Monsieur Mebenga in Deutschland wurde organisiert und finanziert durch die BibeZu Bildung für eine bessere Zukunft gemeinnützige GmbH. Zur Fortführung der Zusammenarbeit durch die Lieferung von Ausbildungs-Sets und den Aufbau einer Lehr- und Demonstrationsanlage werden weitere Mittel in Höhe von 45.000€ benötigt. Wir bitten Sie deshalb um Ihre Unter­stützung als Sponsor oder Spender.

Unser Spendenkonto bei der Ostsächsischen Sparkasse hat die IBAN DE46 8505 0300 0221 0394 81. Spendenquittungen können bei Bedarf durch die BibeZu ausgestellt werden. Bei Interesse zur Mitwirkung als Sponsor nehmen Sie bitte Kontakt auf mit unserem Geschäftsführer unter heinz.fabrinsky@bibezu.de.

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